Marianne Deml will neuen Nahverkehrsplan

Verkehrsexperten diskutieren Optimierungsmöglichkeiten

Die Busbeförderung der Schulkinder sowie die Nahverkehrssituation des ÖPNV im Landkreis Schwandorf sind verbesserungswürdig und werfen in letzter Zeit eine Reihe ungeklärter Fragen auf. „Es ist unsere Pflicht, den Beschwerden nachzugehen“, erklärte Deml bei einem Treffen mit Verkehrsexperten und Busbetreibern. Die jetztige Situation möchte die CSU im Landkreis nicht mehr länger hinnehmen und lud deshalb zu einem Klärungsgespräch ein. Dabei ging es um eine Bestandsaufnahme der Sicherheit der Kinder in den Schul- und Linienbussen sowie um Optimierungsmöglichkeiten der Verbindungen des Öffentlichen-Personennahverkehrs im Landkreis und in die benachbarten Regierungsbezirke Regensburg und Nürnberg. „Zusamen mit den Verkehrsunternehmern möchten wir ein zukunftsfähiges Konzept für den ÖPNV im Landkreis erarbeiten“, betonte die Kreisverbandsvorsitzende Marianne Deml. An dem Gespräch nahmen der Verkehrsexperte Dr.-Ing. Matthias Kölle von SSP Consult München, die Busunternehmer Wies, Wild, Dechant, Beer und Bauer, Vogl und RBO Weiden, die Landtagsabgeordneten Marianne Deml und Otto Zeitler, der Vorsitzende der Kreistagsfraktion Alexander Flierl sowie die Fraktionsmitglieder der CSU teil.

 

Unsicherheiten wegen Busbeförderung der Schulkinder

Die Busbeförderung der Schulkinder sorgt derzeit für Unruhe im Landkreis. Die Aussagen besorgter Eltern und Pädagogen stehen gegen die Beteuerungen der Busbetreiber. „Wir wollen keine Graben- oder Wahlkämpfe auf Kosten der Kinder, sondern Lösungen. Deshalb setzen wir uns an einen Tisch“, betonte der Vorsitzende der Kreistagsfraktion Alexander Flierl. Im Gegensatz zu Landrat Volker Liedtke, der für die sichere Busbeförderung im Landkreis verantwortlich ist, nimmt die CSU-Kreistagsfraktion sowohl die Bedenken der Menschen als auch die Bemühungen der Linienbetreiber ernst, die sich an die Vorgaben des Landkreises halten. „Nicht die Busunternehmer, die ihre Vorgaben erfüllen, sind für die derzeitige Situation verantwortlich“, erklärte Kreisvorsitzende Marianne Deml, „das Problem heißt Liedtke, weil er seiner Verantwortung nicht nachkommt und stattdessen die Situation bagatellisiert“.

 

Liedtke schiebt Verantwortung auf Gesetzgeber ab

„Landrat Volker Lietke zeigt sich bis zum heutigen Tage untätig, die Gefahren für die Schulkinder zu entschärfen sowie die Busverbindungen zu verbessern und zeichnet sich stattdessen als unwissend und verantwortungslos aus. Das verdeutlichen seine Aussagen im jüngsten Pressebericht des Neuen Tages“, verdeutlichte Landtagsabgeordneter Otto Zeitler. „Erst will der Landrat, dass die Gesetze geändert werden, dann weist er alle Risiken im Busverkehr als ungültig zurück und jetzt will er nichts wissen von den schlechten Busverbindungen in manchen Gemeindebereichen“, kommentiert Zeitler. Im Jugendhilfeausschuss vom Dezember vergangenen Jahres hatte Landrat Liedtke den Gesetzgeber für die unzureichende Busbeförderung verantwortlich gemacht. „Da kann man nichts machen. Die Abgeordneten sollen dafür sorgen, dass die Gesetze geändert werden“, war die schwache Reaktion des Landrats auf Schulamtsdirektor Stierstorfer, der das akute Sicherheitsrisiko in den Bussen schilderte. „Damals widersprach der Landrat nicht, dass eine Gefahr für die Schulkinder besteht“, erinnerte Flierl „Das ist mit uns nicht zu machen“.

 

Linienbetreiber und Politik an einem Tisch

Die Busbetreiber machten gestern noch einmal deutlich, dass sie an einer Klärung der aufgewühlten Situation interessiert und zur Zusammenarbeit bereit sind. Relevante Streckenabschnitte und –verbindungen sollen im Einzelfall nachgeprüft werden. Unisono forderten die Unternehmer mehr finanzielle Hilfestellungen vom Bayerischen Freistaat, um den ÖPNV im Landkreis aufrecht erhalten zu können. Busbetreiber Zeller stellte verschiedene Finanzierungsmodelle vor, mit denen in anderen Bezirken gute Erfahrunge gemacht werden. Die CSU machte erneut deutlich, dass der Nahverkehrsplan für den Landkreis dringend überarbeitet werden muss. „Wir brauchen eine Bestandsaufnahme über die aktuellen Schülerströme und eine Fortschreibung des Nahverkehrs und der Qualitätskriterien. Und dafür bitten wir Sie um Ihre fachkundige Mithilfe“, forderte Zeitler die Linienbetreiber auf. Der Verkehrsexperte Dr.-Ing. Matthias Kölle regte ein Gesamtkonzept für den Landkreis an, das Synergien nutzt.

 

Deml: „150 Tage nach Wahl zur Landrätin liegt Optimierungsplan für ÖPNV vor“

Die Landratskandidatin Marianne Deml wird innerhalb der ersten 150 Tage als Landrätin einen neuen Nahverkehrsplan für den Landkreis vorlegen, um die Missstände zu beheben und für neue Fahrgäste attraktiv zu sein. „Spätestens im neuen Schuljahr 2008 werden wir anständige Busverbindungen und –beförderungen im ganzen Landkreis haben“, so Deml. „Das ist in 150 Tagen durchaus machbar“, bestätigte der Verkehrsexperte Dr.-Ing. Matthias Kölle von SSP Consult München, eines auf die Entwicklung und Betreuung von Verkehrsmanagementsystemen spezialisierten Unternehmens. „Wir brauchen einen Nahverkehr, der sich nicht nur am tatsächlichen Bedarf der Menschen orientiert, sondern auch ein interessantes Angebot darstellt, damit mehr Menschen auf den Bus umsteigen“, verdeutlichte Fraktionschef Alexander Flierl. Die steigenden Energiekosten für PKW-Fahrer, die zunehmenden Anforderungen an die Mobilität und Flexibilität der Menschen und die teilweise unbefriedigenden Busverbindungen im Landkreis zwingen nach Überzeugung der CSU dringend zu einer Optimierung des ÖPNV. „Ein gutes Nahverkehrsnetz ist Lebensqualität“, ergänzte Zeitler. Unterstützung erhielt er dabei vom Verkehrsexperten Dr.-Ing. Matthias Kölle. Der bestätigte, dass der tatsächliche Bedarf alle drei bis fünf Jahre neu festgestellt und nötigenfalls angepasst werden müsse. „Gerade bei den Schülern ändert sich alle paar Jahre viel, weil sie die Schulen wechseln oder sich die Schülerzahlen ändern“.

 

CSU hat ideales Netzwerk nach München und Berlin

Die idealen Netzwerke nach München und Berlin will die Kreistags-CSU verstärkt nutzen. Erst vergangene Woche konnte Deml eine gute Meldung aus dem Bayerischen Landtag mitbringen. Die Planungen für die Nord-Ost-Umgehung der Stadt Nittenau gehen voran und werden vom Ministerium unterstützt. Das teilte der Bayerische Staatsminister des Innern, MdL Joachim Herrmann, der Abgeordneten Marianne Deml mit. „Auch unsere Wirtschaftsministerin Emilia Müller wird für eine Stärkung des Landkreises sorgen. Diese Netzwerke sind Gold wert“, betonte Deml.